Ein persönlicher Einstieg in eine Lebenslange Entdeckungsreise
1. Kommunikation im Reich Gottes
1.1 Warum redet Gott in Geheimnissen zu uns?
1. Korinther 2.6-7 (KNT)
6) Weisheit aber sprechen wir unter den Gereiften, jedoch nicht Weisheit dieses Äons noch der Obersten dieses Äons, die abgetan werden. 7) sondern wir reden von Gottes Weisheit in einem Geheimnis, von der verborgen gewesenen, die Gott vor den Äonen zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat.
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In Sprüche 25,2 heißt es: „Gottes Ehre (oder Herrlichkeit) ist es, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen.“ Dieser Vers hat für mich etwas Befreiendes. Gott erwartet nicht, dass wir alles sofort wissen. Aber er lädt uns ein, zu suchen.
Paulus spricht in 1. Korinther 2,6–7 von „Gottes Weisheit in einem Geheimnis“. Diese Weisheit ist nicht einfach eine besonders gute menschliche Idee. Sie kommt von Gott und wird durch ihn offenbart. Das bedeutet: Beim Lesen dieser Themen geht es nicht nur darum, Informationen zu sammeln. Ich möchte dich einladen, selbst mit Jesus auf Entdeckungsreise zu gehen. Lies die Bibelstellen und bleib bei einem Gedanken stehen. Frag Jesus, was er dir zeigen möchte. Und prüfe, was du erkennst.
Im Zusammenhang mit den Geheimnissen Gottes redet die Bibel häufig von einer göttlich geistlichen Weisheit, die uns geoffenbart werden soll. Wie auch im obigen Vers zu lesen ist, kann diese nicht mit unserer irdischen Weisheit verglichen werden.
Interessante Parallelen finden wir im Buch Daniel (Dan 2,20–23). Auch dort geht es um eine Weisheit, die von Gott kommt und weit über menschliche Weisheit hinausgeht. Daniel erlebt, dass Gott verborgene Dinge offenbart und dadurch Situationen verändert, in denen menschliche Möglichkeiten an ihre Grenzen kommen. Im Alten Testament spricht besonders das Buch Daniel mehrfach von den Geheimnissen Gottes (aramäisch RAZ). Dieser Begriff wurde in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, mit MYSTERION wiedergegeben. Für mich ist es spannend zu entdecken, wie Daniel verborgene Dinge durch Gottes Offenbarung versteht und welches Potenzial darin auch für uns als Gläubige liegt.
1.2 Geheimnisse sind Teil unseres Glaubenslebens
Vielleicht hilft ein Beispiel aus der Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg wurde mit enormem Aufwand versucht, die Kommunikation des Gegners zu entschlüsseln. Wer eine verschlüsselte Nachricht verstehen konnte, gewann einen entscheidenden Vorteil in der Schlacht. Gleichzeitig musste die eigene Kommunikation bestmöglich geschützt werden.
Wenn wir das biblische Weltbild betrachten, sehen wir einen gewaltigen geistlichen Konflikt zwischen zwei Reichen. Das Reich Gottes und das Reich der Finsternis. Durch den Sieg, den Jesus Christus auf Golgatha errungen hat, wissen wir heute schon, wie der Konflikt enden wird. Der Sieger steht fest und wir Gläubige sind dazu berufen, diesen Sieg hier auf Erden anzuwenden und sichtbar zu machen. Doch in diesem Auftrag erteilt uns Gott nicht klar hörbare Befehle. Vielmehr ist es ein Prozess des Anklopfens, des Suchens und des Bittens, so lernen wir seine leise Stimme von all diesen lauten Stimmen in der Welt zu unterscheiden. Wir brauchen deshalb geistliche Offenbarung, um zu verstehen, was Gott tut und wie wir uns in diesem Plan bewegen sollen. Nicht weil Gott uns bewusst im Unklaren lassen möchte, sondern weil er uns in eine Beziehung hineinruft, in der wir hören, suchen, fragen und lernen, seine Stimme zu erkennen.
Sogar eine Geheimsprache mit dem Schöpfer ist uns nicht vorenthalten. Der betende Gläubige macht die Erfahrung des Sprachengebets, welches Paulus Im Korintherbrief beschreibt: „Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht es, im Geist aber redet er Geheimnisse“. Gleich im nächsten Vers fordert uns Paulus auf, zu Weissagen. In der HeilBAR arbeiten wir mit Teams, die jeden Donnerstagabend zu ratsuchenden Menschen prophetisch redet. Auch hier machen wir die Erfahrung, dass wir Gottes Stimme hören und Bilder sehen. Doch um diese Botschaften für die Menschen verständlich übermitteln zu können, braucht es eine Auslegung. Wie Daniel die Träume des Nebukadnezars deuten konnte, denn Gott redete Geheimnisse, so brauchen auch wir diese Dechiffrierung, um die Botschaft verständlich zu machen.
Ohne diesen „Engschlüsselungsapparat“ in unserem Herzen können wir Gottes Wort hören, aber wir verstehen es nicht. Wie Jesus gesagt hat: „EUCH ist es gegeben, die Geheimnisse des Königreich Gottes zu verstehen“. Da habe ich nun auch schon den Gedanken aufgegriffen, der uns zum nächsten Kapitel leitet.
