μυστήριον – Das Geheimnis des Christus(Rev 4)
Epheser 3.3-5 / Kolosser 1.26-27
1. Das Geheimnis des Christus
1.1 Christus – Architekt einer Behausung Gottes im Geist
Epheser 3.3-5 ELB
3) Mir ist durch Offenbarung das Geheimnis kundgetan worden – 4) wie ich es oben kurz geschrieben habe, beim Lesen könnt ihr meine Einsicht in das Geheimnis des Christus merken -, 5) das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist geoffenbart worden ist.
Im Vers 4 erläutert Paulus, dass er in den vorangehenden Versen (wie ich es oben geschrieben habe) seine Einsicht in das Geheimnis des Christus erklärt. Sehen wir uns die Schlussaussage am Ende vom zweiten Kapitel an:
Epheser 2.20-22 ELB
20) Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. 21) In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, 22) und in ihm werdet auch ihr mitaufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.
Paulus greift hier das Bild des Tempels auf, welcher für das israelitische Volk über viele Jahrhunderte von grosser Bedeutung für ihr geistliches Leben war. Eng verbunden mit dem Tempel ist auch der priesterliche Dienst. Der Priesterdienst tritt schon ganz am Anfang der Bibel, mit dem Königpriester Melchisedek in Erscheinung. Später bekam dann Mose die exakten Baupläne für die Stiftshütte und es wird ein ganzer Stamm (die Leviten) zum Priesterdienst berufen. Wir finden also eine Fülle von Informationen, wie ein Tempel aufgebaut ist und welche Dienste darin verrichtet werden. Wir werden in den folgenden Kapiteln diese Geschichten und Bilder des Alten Testaments auf den Hohenpriester des neuen, besseren Bundes – Jesus – mit seinem Tempel im Geist deuten.
Zusammenfassung
Der neue Tempel ist ein «mobiler» Tempel, der durch Jesus Christus gebaut wird und in allem auf Ihn hin ausgerichtet ist. Es ist unsere kollektive Berufung als Gläubige in Christus, uns als lebendige Bausteine in diesem Tempel einsetzen zu lassen und so entsteht eine Behausung Gotte im Geist. Das bedeutet, dass die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes an diesem Ort (unter uns) gegenwärtig ist.
1.2 Christus in uns
Kolosser 1.25-27 ELB
25) Ihr Diener bin ich geworden durch den Auftrag, den Gott mir für euch gegeben hat, dass ich das Wort Gottes in seiner Fülle predige, 26) nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber offenbart ist seinen Heiligen. 27) Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Weil Jesus in uns lebt, sind wir Teil des «Jesus-Tempels». Diese geistliche Wahrheit erschliesst sich uns, wenn wir der «Christus-in-uns»-Zusage vertrauen und Jesus auch Zutritt zu unseren Lebensräumen geben. Wir sind in ihm und er ist in uns. Diese Aussage verdeutlicht für mich einen hohen Anteil meiner persönlichen Berufung als Gläubiger. Die Verheissung dieser Beziehung birgt die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes in uns. Diese Herrlichkeit schliesst auch wieder den Kreis zum Tempel, denn dort wohnte Gott in seiner Herrlichkeit im Bereich des Allerheiligsten.
Zusammenfassung
Betrachten wir den Gläubigen als Individuum und als einzelnen Baustein des Tempels, so trägt jeder von uns diese Herrlichkeit Gottes mit sich. Es ist unsere starke Hoffnung und Zuversicht, ein inneres Wissen und Wollen, dass ER in uns und durch uns wirken kann.
1.3 Der unausforschliche Reichtum des Christus
Epheser 3.8 ELB
8) Mir (Paulus), dem allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und ans Licht zu bringen.
Ich musste diesen Vers hier noch einschieben, denn der «unausforschliche Reichtum des Christus» steht für mich im direkten Zusammenhang mit dem Geheimnis des Christus. In diesem Epheser-Vers höre ich die unausgesprochene Aufforderung, die sich hinter Geheimnissen und Reichtümern Christi verbirgt: Sie sollen erforscht und uns zugänglich gemacht werden! So lade ich dich ein, mit mir die Person Jesus Christus und sein unsichtbares Reich im Geist genauer zu entdecken.
5. Mose 29.28 Eü
28) Was noch verborgen ist, steht bei dem HERRN, unserem Gott. Was schon offenbar ist, gilt für uns und unsere Kinder auf ewig: dass wir alle Bestimmungen dieser Weisung halten sollen.
Dieser Vers zeigt nochmals anschaulich, dass uns Gott seine Geheimnisse (das noch Verborgene) stückweise offenbart. Er hat seine Zeitpunkte, an denen er uns sein Reich und welchen Anteil wir daran haben offenbart, dann tragen wir und die nachfolgenden Generationen die Verantwortung, mit diesen Weisungen gewissenhaft umzugehen. Er hat uns durch sein Wort versprochen, dass er sich denen die ihn lieben, offenbaren wird. Das ist der Schlüssel, dass wir nur durch die von ihm gewirkte Offenbarung zur Erfahrung und zur Einsicht seiner Geheimnisse gelangen.
Zusammenfassung
Für Paulus war es ein grosses Vorrecht und Gnade, den Reichtum von Christus, den wir wohl nie vollumfänglich verstehen und erfassen können, ans Licht zu bringen und allen Menschen zu verkündigen. Fragen wir uns, wo unser Beitrag sein kann, in unserem Leben und in unserem Umfeld mehr von IHM ans Licht zu bringen und an diesem Auftrag mitzuwirken.
2. Der Hebräer – Einer von jenseites
2.1 Der Hebräerbrief – Eine neue Sicht auf Christus
Der Hebräerbrief wird im Kontext der neutestamentlichen Briefe, als leicht exotisch angesehen. Eine der Fragen lautet zum Beispiel: Wer hat hier an wen geschrieben? In vielen Bibelkommentaren ist zu lesen, dass dieser Brief an christusgläubige Juden (Hebräer) geschrieben wurde. Nachfolgend werde ich zeigen, dass zu den Zieladressaten nicht nur die Hebräer nach dem Fleisch, sondern vielmehr die Hebräer nach dem Geist gehören. Für mich zeigt der Hebräerbrief eine spezifische Sicht auf Jesus Christus und ich erfahre viel über seine Stellung in der Himmelswelt. Diese Sicht hilft uns, unseren Dienst als königliche Priester besser zu verstehen. Schauen wir uns das genauer an.
2.2 Hebräer – Eine Namensdeutung
In 1. Mose 14.13, unmittelbar vor der Begegnung mit Melchisedek, wird Abram als Hebräer bezeichnet. Dies ist die erste Erwähnung dieses Namens in der Bibel. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass es später ein ganzes Volk von Hebräern geben wird. Somit geht dieser Name vor die Zeit der Israeliten.
- iḇrî (HSN5680) [עִבְרי] Adjektiv: Hebräer = „einer von jenseits“
Gemäß Lexikon hat Hebräer den Wortstamm H5676 - ēḇer (HSN5676) [עֵבֶר] Substantiv: Eber ist ein Nachfahre von Sem (1.Mo 10.21-24)
Gemäß Lexikon hat Eber den Wortstamm H5674: - āḇar (HSN5674) [עָבַר] Verb: vorbeigehen, überqueren, hinübermarschieren
Abram und sein grosses Gefolge (darunter 318 kriegstüchtige junge Männer) waren ein umherziehendes Nomadenvolk, eine Gruppe von Wanderer. Sprachforscher erklären, dass der Begriff «jenseits», «jenseitig», «von jenseits des Flusses» als Adjektiv im Wortstamm IBRI enthalten ist. Mit dieser Herleitung bevorzuge ich für einen Hebräer die Bezeichnung «der jenseitig Wanderer». Mit dieser Sprachbrücke kann die Metapher «Hebräer im Geist» auch als ein «jenseitig Wanderer» betrachtet werden, Einer, der zwischen Erde und Himmelswelten und zwischen den Zeitaltern «hinübermarschiert». Um einen Zugang oder Zutritt zur «Behausung Gottes im Geist» (Eph 2.22) zu erlangen, wird uns diese Bezeichnung oder dieses Bild helfen. Im Natürlichen sind wir uns gewohnt, «im Fleisch» zu wandeln. Lassen wir uns anspornen und herausfordern, «im Geist» zu wandeln. Dazu müssen wir die gesetzte Grenze des Sichtbaren überqueren und auf die andere Seite der geistigen Welt wechseln.
Zusammenfassung
Die Entstehung und Bedeutung des Wortes «Hebräer» hat für uns Gläubige eine übertragene, geistliche Bedeutung. Der Name weisst darauf hin, dass wir geistliche Nomaden sind, die nicht in dieser Welt ihr Zuhause finden und sesshaft werden können. Unser Zuhause ist in der Himmelswelt bei Christus und für uns gibt es keine Grenze zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Realität. Wie Christus die Himmel durchschritten hat, so werden auch wir von einem Zeitalter ins Nächste ziehen.
2.3 Das Volk der Hebräer in der Bibel
Im Anhang ist eine Liste aufgeführt, die einige Bibelstelle zu den Hebräern zeigt.
Zusammenfassung
Der Hebräer Abram ist ein Bundesgenosse Gottes. Josef, Hebräer und treuer Verwalter wirkt als Traumdeuter durch die Macht und Weisheit Gottes in Ägypten. Gott lenkt das Geschick der Hebräer Josef und Mose. Gott begegnet Mose und Aaron und sendet sie mit einem apostolischen Auftrag für das Wohl und die Befreiung des Volks. Gott spricht mit Autorität zum Volk und die Hebräer sind dazu berufen, Gott zu dienen. Hebräer werden aus der Sklaverei entlassen, sollen die Stimme Gottes hören und sollen ihre Feinde besiegen (Überwinden). In ihrem Lager kommt mit der Bundeslade die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes auf die Hebräer.
2.4 Paulus und die Hebräer
2. Korinther 11.22
22) Sie sind Hebräer? Ich auch. Sie sind Israeliten? Ich auch. Sie sind Abrahams Nachkommen? Ich auch.
Philipper 3.5
5) Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer;
Die Völker um Israel, allen voran die Ägypter, bezeichneten die Israeliten als das Volk der Hebräer. Gott selbst stellt sich Mose als „Der HERR, der Gott der Hebräer“ vor. Was für eine ausserordentliche Aussage! Der Begriff eines Hebräers ist in der Bibel durchwegs positiv belegt. Es ist bemerkenswert, dass Paulus seine Abstammung als Hebräer von derjenigen als Israelit unterscheidet. Wenn das für ihn ein und dieselbe Sache wäre, würde er das kaum so pointiert ausdrücken.
Für mich macht es einen grossen Unterschied, wenn ich weiss, dass Gott eine spezifische Botschaft hat, die an mich gerichtet ist. Wenn ich mich mit der Identität eines „Hebräers im Geist“ sehe, dann sprechen diese Verse sehr persönlich zu mir und sie werden relevant für mein Leben! Sie helfen mir, diesen Christus in mir und die Behausung Gottes im Geist zu finden.
Zusammenfassung
Paulus bezeichnet sich aufgrund seiner Herkunft als einen Hebräer. Abgeleitet von der Bedeutung und der biblischen Verwendung dieser Vorväter-Zugehörigkeit können wir eine Beziehungs-Brücke in unser Leben schlagen. Wenn wir uns selbst in der Identität eines „geistlichen“ Hebräers sehen, bekommt die Botschaft, die an Hebräer gerichtet ist, nochmals eine gewichtigere Rolle für uns.
3. Hebräerbrief – die Grundlagen
3.1 Gott spricht im Sohn und setzt ihn über alles
Ich werde nun den Hebräerbrief Kapitel für Kapitel durcharbeiten und versuchen, einige der zentralen Aussagen hervorzuheben.
Hebräer 1.1 ELB
1) Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, 2) hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten (Äonen) gemacht hat;
Das ist doch ein bemerkenswerter Einstieg in das erste Kapitel dieses Briefs. Jesus Christus rückt gleich im zweiten Vers ins Zentrum des Geschehens und nimmt eine einzigartige Stellung ein. Er hat während seiner Verkündigungszeit nicht nur Worte zu uns gesprochen, sondern ist durch sein Wesen und seinen Dienst der Ausdruck von Gottes Liebe und seiner guten Absichten zu allen Menschen. Im Alten Testament gab es einige herausragende Persönlichkeiten, durch die Gott auch zu uns gesprochen hat. Keiner von ihnen konnte uns wie Jesus die Absichten und das Wesen Gottes so nahebringen.
Zusammenfassung
Gott offenbart sich in der Person von Jesus Christus. Durch IHN können wir sein Wesen und seine Liebe erkennen und hören, was ER uns sagt. Alles ist durch IHN erschaffen worden und ER wird als Verwalter und Herrscher über alles eingesetzt. Nur wenn wir alle Dinge durch die «Brille» von Jesus betrachten, ergibt alles einen Sinn.
Jetzt wissen wir: Wer den Sohn sieht, der sieht den Vater.
3.2 Autorität und Vollmacht
In den ersten beiden Kapiteln geht es um die Stellung und Autorität von Jesus, der Engel und der Menschen. Nachfolgend verwende ich für «Engel» oft auch den Begriff «Boten Gottes», um das Klischee unserer Engels-Vorstellung etwas aufzubrechen. Im Kapitel eins steht, dass ihnen allen Namen zugesprochen wurden. Wobei Jesus einen vorzüglicheren Namen vor den Boten Gottes erhalten hat. Weiter sind Boten wie auch Jesus mit Ämtern und Diensten betraut und sie haben auch die dazu nötige Autorität erhalten. Bei der Zuweisung der Autorität ist zu unterscheiden, ob ein Wesen eine innewohnende Kraft, Macht und Stärke erhalten hat, oder ob es sich um eine Bevollmächtigung von einer höheren Stelle handelt. Die Bevollmächtigung bedeutet, dass wir unser Gegenüber nicht durch unsere Stärke von der Befolgung unserer Worte überzeugen. Vielmehr weiss dieses Gegenüber oder der Feind, mit welchen Konsequenzen – durchgesetzt durch die Macht über uns – er zu rechnen hat. Der Feind anerkennt diese Autorität allerdings nur, wenn sie aus unserer tiefsten Herzens-Überzeugung, im Glauben ausgesprochen wird.
- exousia (GSN1849) [ἐξουσία] Vollmacht; die Herrschafts- oder Regierungsgewalt (die Macht dessen, dessen Willen und Befehlen sich andere unterwerfen und gehorchen müssen) Verwendung im NT: Macht (69x), Autorität (29x), Recht (2x), Freiheit (1x), Zuständigkeit (1x), Stärke (1x)
Die Menschen haben beim Schöpfungsakt die Vollmacht erhalten, über die Erde und die Tiere zu herrschen. Diese Zusage wurde Noah bestätigt und sie gilt bis heute. Durch den Sündenfall ist der Mensch allerdings handicapiert und kann nicht mehr in guter und von Gott geplanten Art über die Schöpfung herrschen. Im Römerbrief heisst es diesbezüglich, dass der Mensch die Herrlichkeit Gottes weitgehend verloren hat. Als Gläubige in Christus haben wir die geistliche Vollmacht zurückerlangt und sind mit Jesus dazu berufen, die gesamte Schöpfung in ihre ursprüngliche Bestimmung zu «erlösen».
Zusammenfassung
Auf der Erde und in den Himmeln gibt es festgelegte Hierarchien, die ineinander-greifen:
– Gott; Vater, Sohn und Geist
– Engelswelt; Boten Gottes und gefallenen Geistwesen
– Menschen; unmündige und mündige Gläubige – Söhne der Herrlichkeit
– Tiere und die restliche Schöpfung
In den Hierarchiestufen gibt es Wesen, die Kraft, Macht und Autorität ins sich tragen und andere die aus der übertragenen Vollmacht handeln.
3.3 Jesus und die Boten Gottes
Auch im zweiten Kapitel finden wir weitere Gegenüberstellung zwischen dem Sohn und den Boten Gottes. Im Vers 7 heisst es, dass der Sohn eine kurze Weile geringer als die Boten gemacht wurde. In Philipper 2 lesen wir, dass diese Gesinnung in Jesus war, dass er freiwillig seine Stellung im Himmel aufgab, sich selbst «entäusserte» und Knechtsgestalt annahm, indem er den Menschen gleichgestaltet wurde. Der Teufel versuchte Ihn in der Wüste dazu zu bringen, den Engeln Befehle zu erteilen, aber er tat es nicht. Auch in Matthäus 26.53 ist zu lesen, dass Jesus bei seiner Festnahme mehr als 12 Legionen Engel bei seinem Vater hätte aufbieten können. Im Gehorsam seines Weges machte er von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch. Pikantes Detail auch hier: Jesus hätte die Engel über das Bittgebet zu seinem Vater aufgeboten. Ich folgere daraus, dass Jesus keine direkten Anweisungen an die Boten Gottes gab! Somit ist für mich geklärt, dass wir bei Interaktionen mit Engeln auf ihre Weisungen reagieren sollen und ihre Fragen beantworten, aber keine direkten Handlungs-Anweisungen an sie abgeben.
Im Anhang befindet sich eine Auflistung aller Wesensmerkale von Boten und dem Sohn.
Zusammenfassung
Jesus nahm aus eigener Entscheidung für eine gewisse Zeit die Gestalt eines Menschen an, wurde ein Sklave und war auch geringer als die Engel. Doch Gott erhöhte ihn über ALLES und gab Ihm einen Namen, der über allen Namen steht.
3.4 Jesus und die geistliche Macht der Bosheit
Hebräer 1.13 ELB
13) «Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füsse.»
Seine Feinde sind auch unsere Feinde und in diesem Vers wird schon mal klargestellt, wo sie hingehören und wer Autorität über sie bekommen hat. Jesus hatte bereits als er als Mensch auf Erden war, Autorität über die gefallenen Engel, die geistlichen Mächte der Bosheit. Im Hebräerbrief wird die Stellung über seine Feinde bestätigt, allerdings lässt der Text den Zeitpunkt des letztendlichen Vollzugs noch offen (bis ich deine Feinde hinlege). Da kommen wir ins Spiel. Paulus beschreibt es in Epheser 6 als einen geistlichen Kampf, den wir mit diesen Mächten führen. Er zeigt auch eine Machtstruktur dieser Geistwesen auf: Fürstentümer (ARCHE), Obrigkeiten (EXOUSIA) und Weltbeherrscher (KOSMOKRATOR). In der untersten Stufe sind vermutlich die Handlanger, das heisst die bösen Geister (*PNEUMA) und Dämonen (DAIMONION) anzusiedeln.
*Böse Geister (Pneuma) haben immer eine Funktion: Geist der Gebrechlichkeit, Geist der Furcht, Wahrsagegeist usw. Wenn du ihnen eine offene Tür lässt, kommen sie meist nicht allein, sondern agieren in Gruppen, z.B. Geist Mammon arbeitet mit Neid zusammen.
Jesus selbst hat diesen geistlichen Mächten widerstanden und hat ihnen in Autorität Befehle erteilt. Uns Gläubigen wurde diese Autorität von Jesus übertragen, um den Wirkungskreis und den Einfluss böser Mächte einzuschränken, respektive zu unterbinden. Um das zu tun, braucht es eine geistliche Autorität, Autorisierung von Gott und einen Plan. Wir sollten uns gut überlegen, wie dem teilweise legitimen Machtanspruch oder Machtvakuum dieser Geistwesen begegnet wird.
Blake K. Healy thematisiert diese Fragen in seinem Buch «Durch den Schleier sehen». Er zeigt welche Ziele Dämonen haben und wie sie dabei vorgehen. Am Ende des entsprechenden Kapitels macht er folgende Aussage:
«Es ist möglich, einen dämonischen Fürsten durch Gebet abzusetzen, aber es ist unmöglich, dass ein dämonischer Fürst in einer Kultur bleibt, die ihm keinen Raum gibt.»
Psalm 2 beschreibt diesen Konflikt zwischen Nationen, Königen und Fürsten, die sich gegen den gesalbten Sohn Gottes verbünden. Alle werden hier aufgefordert dem einen wahren König zu dienen.
Zusammenfassung
Es gibt einen Teil der Engels- und Geistwelt, die faktisch Jesus Christus unterordnet ist, sich aber seiner Herrschaft noch widersetzt. Die Verheissung gilt, dass diese Feinde noch «unter seine Füsse» kommen müssen. Jesus hat als Mensch auf dieser Erde Vollmacht über diese, sich widersetzenden Geistwesen ausgeübt. Wir sind an seiner statt aufgerufen, ebenfalls Vollmacht über diese Geistwesen auszuüben.
3.5 Jesus und die Söhne der Herrlichkeit
Hebräer 2.10 KNT
10) Denn es kam ihm zu, um dessentwillen das All ist und durch den das All ist, den, der viele Söhne zur Herrlichkeit führt, den Urheber ihrer Rettung durch Leiden vollkommen zu machen.
Der Begriff «Söhne» wird hier (wie auch an anderen Stellen) bildlich gebraucht, um die Wesensart zu bezeichnen. Es sollte kein Geschlechtsbezug daraus abgeleitet werden. In diesem Sinne übersetzt die Zürcher Bibel: «wenn er viele Söhne und Töchter in die Herrlichkeit führen wollte».
Nachdem wir durch Jesus errettet wurden, werden wir auch in den Stand von «Söhnen Gottes» gehoben und Er gibt uns Anteil an seiner Herrlichkeit. Die Herrlichkeit steht an dieser Stelle auch für unsere Stellung und Autorität, die wir in Christus zurückerlangt haben, respektive zurückerlangen sollen. Welche Vorrechte, Pflichten und Verantwortung das beinhaltet, werden wir im Folgenden noch betrachten.
Zusammenfassung
Es ist die Aufgabe von Jesus, viele Menschen in die Stellung von Söhnen und Töchtern der Herrlichkeit zu führen. In dieser Stellung sind wir als mündige Erben eingesetzt, um mit Jesus die Güter des Vaters zu verwalten und mit ihm zu herrschen.
3.6 Apostel und Hohepriester unseres Bekenntnisses
Betrachten wir nun die Ämter und Dienste, die Jesus innehat. Einerseits ist er König, Priester und Prophet, welche auf dem Alten Testament beruhen. Gleichzeitig verkörpert er aber auch die fünf Dienstämter des neuen Bundes: Evangelist, Hirte, Lehrer, Prophet und Apostel. Im dritten Kapitel wird Jesus als Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses vorgestellt.
Hebräer 3.1-2 KNT
1) Deswegen, heilige Brüder, Mitteilhaber der überhimmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus, der treu ist dem, 2) der ihn dazu gemacht hat, wie auch Moses in seinem ganzen Haus treu war.
Dieser zweifache Name zeigt, dass Jesus einerseits von Gott als Apostel (apo-stolos) mit einem klaren Auftrag zu den Menschen gesandt (stéllo) wurde. Andererseits vertritt er als Hohenpriester für die Anliegen der Menschen vor Gott. In diesem Text stehen diese beiden Namen im Bezug zu unserem Bekenntnis. Damit sehe ich auch zwei Schwerpunkte in unserem Bekenntnis:
- Priesterliche Worte, die unsere Identität, die umfassende Errettung und unsere Berufung klarstellen und verwirklichen
- Apostolisch regierende Worte, welche die Ansprüche und Ratschlüsse Gottes in dieser Welt proklamieren und verwirklichen
Die nachfolgenden Verse sprechen darüber, dass ein Haus von jemandem gebaut und dann ein treuer Pfleger [therapon] eingesetzt wird. Da kommt unmittelbar der Gedanke an den treuen Verwalter [oikonomos] hoch. Dem treuen Hausverwalter wird in der Lehre des NT ein grosser Stellenwert beigemessen. Gott errichtet das Haus, Jesus ist der Verwalter und wir, die Gläubigen sind das Haus. Da sind wir nun wieder bei diesem Bild vom «Jesus-Tempel». Eine unserer Aufgaben darin ist, an dem Bekenntnis und der Hoffnung bis zur Vollendung des Tempels festzuhalten. Damit wir dranbleiben und der Tempel vollendet werden kann, müssen wir zwingend die Stimme Gottes hören. «Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.»
Zusammenfassung
Das Wirken von Jesus Christus kann vereinfacht in zwei Aufgaben unterteilt werden: Als Priester bringt er die Anliegen der Menschen vor Gott und als Apostel verwirklicht er die Ratschlüsse Gottes unter den Menschen. Als königliche Priesterschaft sind wir berufen, mit Ihm in diesen Aufgaben zu dienen und den «Jesus-Tempel», das Haus Gottes als treue Verwalter weiter aufzubauen. Somit richtet sich unser Bekenntnis und unser Reden auf den Apostel und Hohepriester aus.
3.7 Ein neues Herz
Dieses Thema ist den meisten Lesern doch recht gut bekannt. Die Grundlage, damit wir überhaupt Teil dieses neuen Tempels werden können ist, dass wir Jesus in unser Herz aufnehmen, wir durch den Geist von neuem geboren werden und dass unser Herz, unsere Persönlichkeit eine Erneuerung und eine göttliche Veränderung zum Guten erfährt. Bereits die Propheten im Alten Bund sprachen von diesem neuen Herz, das in uns hineingelegt werden soll.
Hebräer 3.7-8 KNT
7) Darum ist es, wie der Geist, der heilige, sagt: Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht, wie einst in der Verbitterung am Tag der Versuchung in der Wildnis,
Zusammenfassung
Kapitel drei des Hebräerbriefs zeigt eine präzise Diagnose des menschlichen Problems: Das verhärtete, verbitterte, böse und irrende Herzen. Damit wir «Jesus-Tempel-kompatibel» werden, wird Er dieses Herz zu einem weichen, treuen, vertrauenswürdigen Herzen voll Glaubens umwandeln. Im Neuen Bund wird uns ein neues, fleischernes Herz verheissen. Auf diesem Weg ist das prophetische Wort und dass wir seine Stimme hören von zentraler Bedeutung.
3.8 Gottesfürchtig zur Ruhe kommen
Kapitel vier des Briefs spricht von unserer Bestimmung, in die Ruhe Gottes einzugehen. Dazu braucht es diesen neuen, aus Gott geborenen Geist und das neue Herz. Wir sollen uns Jesus unterordnen und vor allem auf Seine Stimme achten, damit wir in seine Ruhe eingehen können.
In diesem Zusammenhang fällt auf, dass der Urtext zwischen verschiedenen Arten der Ruhe unterscheidet:
- katapauō (GSN2664) [καταπαύω] Verb: zur Ruhe bringen; zur Ruhe kommen lassen; von der Arbeit aufhören; an einen ruhigen Ort führen; beruhigen; jemanden, der etwas zu tun versucht dazu bringen, davon abzusehen
- katapausis (GSN2663) [κατάπαυσις] Substantiv: eine Ruhe; eine Beruhigung der Stürme; eine Ruhestätte;
KATA = herab, bis auf den Grund, wörtlich: eine herab-Ruhe „chum emol abe“; in der altgriechischen Literatur auch ein beenden des Kriegs. - anapauō (GSN373) [ἀναπαύω] Verb: jemanden dazu bringen oder ihm gestatten, jede Bewegung oder Arbeit einzustellen, um sich zu erholen und neue Kraft zu sammeln; sich ausruhen, sich erholen, sich eine Auszeit gönnen, sich ausruhen
ANA = hinauf, eine hinauf-Erholung (Mt 11.28-30) - sabbatismos (GSN4520) [σαββατισμός] Sabbatruhe; die gesegnete Ruhe von Mühen und Sorgen, eine Zeit des Aufhörens mit der Arbeit und des Feierns (Heb 4.9)
- anapsyxis (GSN403) [ἀνάψυξις] kühlend, erfrischend, Erquickung (Apg 3.19)
Zusammenfassung
Als königliche Priester, Söhne und Töchter der Herrlichkeit sind wir nicht mehr getriebene, sondern finden in allem die Ruhe und den Frieden Gottes. Wir sind in Seine Ruhe eingegangen.
3.9 Das lebendige Wort Gottes
Hebräer 4.12 KNT
12) Denn das Wort Gottes ist lebendig, wirksam und schneidender als jedes zweischneidige Schwert und durchdringt bis zur Teilung von Seele und Geist, sowie von Gedanken als auch Mark; es ist Richter der Überlegungen und Gedanken des Herzens.,
Eine weitere spannende Entdeckung ist, das zweischneidige Schwert, das in Hebr 4.12 das lebendige Wort Gottes darstellt.
- machaira (GSN3162) [μάχαιρα] Ein großes Messer, das zum Töten von Tieren und zum Zerlegen von Fleisch verwendet wird, Zubereitung von Opferfleisch!
Weitere Bedeutung: ein kleines Schwert, im Gegensatz zu einem großen Schwert für Hieb- und Stichangriffe. - merismos (GSN3311) [μερισμός] eine Aufteilung; Trennung; Verteilung (verschiedener Art) im Sinne einer Zuteilung.
Wenn mit diesem zweischneidigen „Messer“ Opferfleisch zubereitet wird, stehet der Vers in Bezug auf den Jesus-Tempel in einer unerwarteten, interessanten Perspektive. Ich habe das Bild, dass Seele und Geist mit einem Schwertschlag in zwei Teile getrennt wird und da ein strenger Richter über den Gedanken und Überlegungen urteilt, etwas relativiert. Vielmehr wird das Wort Gottes uns helfen, dass wir ein besseres Gespür für Seele und Geist bekommen, sodass wir unsere Gedanken besser ZUteilen oder zuordnen können. Das Richten hat demzufolge mehr mit unserer AUSrichtung zu tun. Dieser Prozess hilft, dass wir mit einem erneuerten Denken besser in der Lage sind, den priesterlich/königlichen Dienst auszuüben.
Zusammenfassung
In der Gemeinschaft mit Ihm, brauchen wir immer wieder Sein Wort, das uns neu ausrichtet und uns hilft die Dinge zuzuteilen und einordnen zu können.
3.10 Der durch die Himmel gedrungen ist
Am Ende vom Kapitel vier wird der Fokus auf den Hohenpriester Jesus gesetzt. Die nachfolgende Aussage ist der Anfang der Beschreibung seines außergewöhnlichen Priesterdienstes, der dann in den nachfolgenden Kapiteln thematisiert wird.
Hebräer 4.14-16 ELB
14) Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten! 15) Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise ⟨wie wir⟩ versucht worden ist, ⟨doch⟩ ohne Sünde. 16) Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!
Im KNT steht: «der durch die Himmel gedrungen ist». Diese Aussage hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ich stelle mir einige Fragen zum Thema Himmel. Gehen wir also dem Thema Himmel etwas genauer auf den Grund. Denn wenn wir mit Jesus als königliche Priester wirken wollen, ist es schon wichtig zu wissen, an welchen Orten wir wirken sollen.
In der hebräischen Sprache gibt es die Himmel nur im Plural und im Alten Testament unterschied man zwischen verschiedenen Himmeln.
In 2. Kor. 12.2-4 erzählt Paulus von einem Menschen, der in den dritten Himmel (tritos auranos) und in das Paradies (paradeisos) entrückt wurde. Beim genaueren Betrachten dieses Textes sieht man, dass hier zwei verschiedene Orte beschrieben werden.
Das Paradies wird in genau drei Bibelstellen erwähnt: Lu23,43; 2. Ko 12,4; Off 2,7. Dieses Paradies ist meiner Meinung nicht gleichzusetzen mit dem dritten Himmel. Das ist für dich jetzt vielleicht ein neuer Gedanke aber die geistliche Himmelswelt ist viel komplexer als wir uns vorstellen können und ich will nachfolgend den ersten bis dritten Himmel genauer betrachten.
Wenden wir uns nun den Himmeln zu, die im griechischen des NT als «ouranos» bezeichnet werden. Wenn es einen biblisch belegten dritten Himmel gibt, wo sich Gottes Thron befindet, dann muss es demzufolge auch einen ersten und zweiten Himmel geben.
Der für uns sichtbare Himmel teilt die Bibel im Natürlichen in zwei Bereiche. Dort, wo die Vögel fliegen, ist demzufolge der erste Himmel. Der zweite Himmel ist das Universum mit Sonne, Mond und Sternen. Mit der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis verstehen wir das umfassender und bezeichnen es als das Weltall.
Wenden wir uns nun noch der unsichtbaren, geistlichen Realität des Himmels zu. Viele alte Quellen der jüdischen Literatur weisen uns darauf hin, dass es auch hier einen «zweiten» Himmel gibt. Dazu einführend eine Übersicht der griechischen Begriffe, wie im NT geistliche «Wirkungsräume» von Menschen, Engelswelten und Dämonen bezeichnet werden:
- ouranos (GSN3772) [οὐρανός] die Himmel (Heb 4.14)
I) die gewölbte Weite des Himmels mit allem, was darin zu sehen ist
1) das Universum, die Welt
2) der Lufthimmel oder Himmel, der Bereich, in dem sich Wolken und Stürme
sammeln und in dem Donner und Blitz entstehen
3) der Sternenhimmel
II) der Bereich oberhalb des Sternenhimmels, der Sitz der ewigen und vollkommenen Ordnung, wo Gott und andere himmlische Wesen wohnen
- exousia ho aēr (GSN109) [ἀήρ] Des Vollmachtsgebietes der Luft (Eph 2.2)
-die Luft, insbesondere die untere und dichtere Luft im Gegensatz zur höheren und dünneren Luft
-der atmosphärische Bereich
- epouranios (GSN2032) [ἐπουράνιος] die himmlischen Regionen (Eph 6.12)
I) im Himmel existierend
1) Dinge, die im Himmel geschehen
2) die himmlischen Regionen
a) der Himmel selbst, die Wohnstätte Gottes und der Engel
b) die unteren Himmel, die Sterne
c) die Himmel, die Wolken
3) der himmlische Tempel oder das himmlische Heiligtum
II) himmlischen Ursprungs oder himmlischer Natur (überhimmlisch KNT)
- mesouranēma (GSN3321) [μεσουράνημα] Mittelhimmel (Off 8.13; 14.6; 19.17)
–Mittelhimmel (ist mit dem zweiten Himmel gleichzusetzten – Anm. SDN)
-der höchste Punkt am Himmel, den die Sonne zur Mittagszeit einnimmt, wo alles, was geschieht, von allen gesehen und gehört werden kann
- kosmos (GSN2889) [κόσμος] „einst wandeltet gem. d. Äon dieser Welt“ (Eph 2.2)
– eine passende und harmonische Anordnung oder Verfassung, Ordnung, Regierung
– Schmuck, Verzierung, Zierde, d. h. die Anordnung der Sterne, „die himmlischen Heerscharen“, als Schmuck des Himmels. 1. Petrus 3,3
– die Welt, das Universum
– der Erdkreis, die Erde
– die Bewohner der Erde, die Menschen, die Menschheit
– die gottlose Menge; die gesamte Masse der Menschen, die sich von Gott entfremdet hat und daher der Sache Christi feindlich gegenübersteht
– Weltgeschehen, die Gesamtheit der irdischen Dinge
– die gesamte Bandbreite irdischer Güter, Begabungen, Reichtümer, Vorteile, Vergnügungen usw., die, obwohl hohl, vergänglich und flüchtig, Begierden wecken, von Gott entfremden und Hindernisse für die Sache Christi darstellen
– jede Gesamtheit oder allgemeine Sammlung von Einzelheiten jeglicher Art
– die Heiden im Gegensatz zu den Juden (Röm 11,12 usw.)
In Daniel 10.13 finden wir einen Hinweis zu den Kämpfen in den himmlischen Regionen, die man wie folgt interpretieren kann:
Gott erhört das Gebet von Daniel und schickt einen Engelsboten aus dem 3. Himmel los. Dieser Bote gerät im 2. Himmel (oder Mittelhimmel) in einen dreiwöchigen Kampf mit dem Fürsten von Persien und kann nur durch die Unterstützung des Erzengels Michael siegen. Danach kann der Bote die Nachricht auf der Erde an Daniel überbringen.
In Offenbarung 12.7-8 wird eine Schlacht im Himmel beschrieben, an der Michael und seine Engel ebenfalls beteiligt sind. Nach dem Sieg von Michael heisst es: «auch wurde ihre Stätte (abgegrenzter Ort) im Himmel nicht mehr gefunden». Auch hier gehe ich davon aus, dass es sich um den zweiten Himmel handelt.
Es gibt jüdische Schriften, welche nicht im Kanon unserer Bibel aufgenommen wurden, die den zweiten Himmel als den Ort der gefallenen Engel beschreiben. So z.B. in 2. Henoch: «Im zweiten Himmel sieht Henoch eine tiefe, beklemmende Finsternis. Er trifft auf die gefallenen Engel, die dort gefangen gehalten werden und auf ihr endgültiges Gericht waren. Sie hängen weinend in Ketten». Das Testament des Levi mit einer Aussage zum zweiten Himmel: «Heere, die für den Tag des Gerichts aufgestellt sind, um alle Geister des Betrugs und Satans zu strafen.»
So gibt es eine Verdichtung von Argumenten, die uns auf diesen zweiten, oder den Mittelhimmel hinweisen. Für uns ist aber die Aussage entscheidend, dass wir diesen Hohenpriester – der durch die Himmel gedrungen ist – zur Seite stehen haben. Wir wissen, dass seine Macht und Autorität an diesen Orten nun bekannt sind. Seine Herrschaft begrenzt sich nicht nur auf die Orte der Herrlichkeit, sondern auch dort wo die Finsternis herrscht. Mit diesem Durchdringen der Himmel erkennen wir wieder den Hebräer, den «jenseitig Wanderer». Er ist uns vorangegangen und wir können ihm folgen. Auf Erden lebend, wie auch mitsitzend auf seinem Thron im Geist, sind wir nun verantwortlich, dass sein Sieg über die Finsternis von uns ergriffen wird und die Urteile vollstreckt werden.
Zusammenfassung
Als gläubige Menschen lernen wir stückweise die nicht sichtbaren «Himmelswelten» kennen. Wir haben die Gewissheit, dass Jesus Christus alle diese Welten durchdrungen hat und Er nun dort bekannt ist. Die geistliche Himmelswelt kennt Seine Autorität und Stellung. Aufgrund seines Wortes sind wir gewiss, dass niemand und nichts uns von seiner Liebe trennen kann.
3.11 Thron der Gnade
Nach dieser langen Abhandlung über die himmlischen Regionen und die Hoheitsgebiete der Finsternis, richten wir unseren Blick auf den Ort der Herrlichkeit. Der Ort, wo Gnade und Barmherzigkeit fliesst und von wo unsere Stellung und Identität in Christus gegründet ist: Der Thron der Gnade.
Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!
Um dieses freimütige Hinzutreten zum Thron der Gnade etwas praktischer zu illustrieren, sehen wir uns zwei Personen im Neuen Testament an:
Stephanus wurde aus den Gläubigen der Gemeinde in Jerusalem, zu einem der ersten sieben Diakone gewählt. Von ihm heisst es, dass er mit der Kraft und den Wirkungen des Heiligen Geistes vertraut war. Im Verhör vor dem irdischen Hohe Priester sah er im Geist den himmlischen Hohenpriester. Es scheint, dass diese geistliche Sicht nichts ausserge-wöhnliches für Stephanus bedeutete. Er war damit vertraut, Zeit vor dem Thron der Gnade im Himmel im Geist zu verbringen. Diese Nähe zu Gott hat ihn dann auch befähigt, mächtige Zeichen und Wunder zu wirken. Er war so vertraut mit dieser unsichtbaren Wirklichkeit, dass er In diesem Verhör die innere Ruhe hatte, seine Augen auf das Unsichtbar zu richten. Er wusste, dass das Unsichtbare mehr zählt als das Sichtbare. Auch von Mose wird gesagt, dass er mutig vor Pharao stand, «als sähe er den Unsichtbaren».
Johannes sagt von sich: «Ich befand mich im Geist in des Herrn Tag und hörte hinter mir eine laue Stimme, wie die einer Posaune sagen». Die folgenden Ereignisse wurden dann von ihm in der «Enthüllung Jesu Christi» festgehalten. Dabei erwähnt er 40-mal diesen Thron im Himmel, als Ort der die göttliche Souveränität, der Anbetung aber auch des Gerichts beschreibt. In Off 5,6 und 7.17 spricht er von dem Lämmlein, das auf dem Thron sitzt.
Für beide Männer war diese Thronerfahrung ein sehr reales Erlebnis, verbunden mit dem Sehen im Geist. Diese Erfahrung hatte für Beide weitreichende Konsequenzen. Es spornt mich an, dass ich diese beiden Beispiele nicht als übergeistliche und abgeschlossene Gotteserfahrungen, die für mein geistliches Leben unerreichbar scheinen. Vielmehr sehe ich in Hebräer 4.16 die persönliche Herausforderung, diesen Thron der Gnade als einen durchaus realen Ort im Geist aufzusuchen.
4. Hebräerbrief – der Weg zum mündigen Erben
4.1 Geistliche Reife
Auch der Hebräerbrief greift das Thema der geistlichen Reife auf. Wie wir bereits in einem früheren Kapitel gesehen haben, wird uns Jesus zu Söhnen der Herrlichkeit führen. Wenn im biblischen Verständnis eine Person vom Bevormundeten zum Sohn und Erben heranreift, ist er bereit, mehr Verantwortung für das Gut des Vaters zu übernehmen. Er kommt in die Aufgabe eines treuen Verwalters und bekommt Zugriffsberechtigung zu den Kammern des Vaters.
Aufgrund der Aussagen von Hebräer 5.11 bis 6.6, können acht Leitsätze zur geistlichen Reife hergeleitet werden:
1) Dem Wort Gottes aufmerksam zuhören, nicht träge darin werden.
2) Andere in den Grundlagen lehren und selbst nicht mehr darin gelehrt werden müssen.
3) Sich mit dem Worten der Gerechtigkeit auskennen und davon reden.
4) Geschärfte Sinne entwickeln und feste Nahrung aufnehmen und verdauen.
5) Die Augen des Herzens erleuchten lassen.
6) Des Heiligen Geistes teilhaftig werden.
7) Die himmlischen Gaben schmecken.
8) Die Kräfte des zukünftigen Zeitalters schmecken
4.2 Dem Wort Gottes aufmerksam zuhören
Hebräer 5.11 KNT
11) …betreffs dessen wir euch viel zu sagen haben; doch ist das Wort davon schwierig auszulegen, weil ihr im Hören schwerfällig wurdet.
Johannes sagt, das Wort Gottes war von Anfang und alles ist durch dieses erschaffen worden. Für uns Menschen ist dieses Wort Licht und Leben. Aus diesem umfassenden LOGOS-Schatz spricht uns der Geist Gottes immer wieder spezifische Worte im Herzen zu. Es kann sein, dass wir eine Bibelstelle schon gefühlte 100-mal gehört haben. Wenn wir sie das 101 Mal lesen oder hören, schenkt der Geist eine neue Offenbarung oder Erkenntnis, es trifft in unsere Lebensumstände. Der Schwerpunkt liegt bei dieser Aussage beim aufmerksamen ZUHÖREN. Wenn wir es dann gehört haben, sollten wir es auch umsetzten. Das Wort in der Kraft des Geistes vermag den wertvollen Glauben in unser Herz zu pflanzen. Wenn wir an diesem Prozess dranbleiben, besteht auch weniger die Gefahr, dass wir im Hören schwerfällig werden.
Wir sollen aufmerksame Zuhörer werden.
4.3 Die Glaubensgrundlagen kennen und andere lehren
Hebräer 5.12 KNT
12) Denn da ihr der Zeit nach Lehrer sein müsstet, habt ihr wieder Belehrung darüber nötig, was die anfänglichen Grundregeln der Aussagen Gottes sind, seid ihr doch solche geworden, die der Milch bedürfen und nicht fester Nahrung.
Die grundlegenden Dinge der Aussagen Gottes sind sehr simpel. Die Menschen sollen das einfach Evangelium hören. Und wir sollen in der Lage sein, andere darin zu lehren. Bobby Conner bat einmal Jesus, ihm diese Einfachheit zu zeigen. Auf diese Frage bekam er eine Antwort: «Wenn Menschen klug genug sind, in ihr Haus zurückzufinden, dann sind sie auch klug genug, um gerettet zu werden.»
Wenn wir wachsen und Teil des Jesus-Tempels sein wollen, ist ein Grundverständnis der Bibellehre notwendig. Diese soll uns in Wort und Tat so vertraut sein, dass wir jederzeit auch andere Menschen darin unterweisen können. Über viele Jahrhunderte wurde die Glaubenslehre zentralisiert. Denominationen führten ihre Bildungsstätten und bildeten die Prediger nach ihrem theologischen Verständnis aus. Eine solide Ausbildung im Wort Gottes ist eine gute Sache, daran besteht kein Zweifel. Von einer zukünftigen Reformationsbewegung wünschte ich mir unter anderem, dass die Offenbarungen aus dem Wort wieder vermehrt von der Basis des Kirchenvolks kommt. Wenn es das Grundverständnis der Kirche ist, dass das Lehren nur wenigen Spezialisten im Frontalunterricht überlassen wird, werden die Gläubige sich auf das Zuhören beschränken und aufhören, Fragen zu stellen und sich eigene Gedanken zu machen. Das birgt die Gefahr, dass der Gottesdienstbesuch zu einem gesellschaftlichen Anlass wird, wo man seine Freunde trifft. Am Montagmorgen ist die Predigt häufig in Vergessenheit geraten.
Zusammenfassung
Ein neu entfachter Hunger nach seinem Wort an der Basis der Glaubensgemeinschaften kann das Ertragen und Verdauen von fester Nahrung voranbringen.
4.4 Das Wort der Gerechtigkeit kennen und darüber reden
Hebräer 5.13 KNT
13) denn jeder, der an der Milch teilhat, ist unerprobt im Wort der Gerechtigkeit, weil er noch unmündig ist.
Elberfelder: «ist richtiger Rede unkundig»
Damit wir in die von Jesus vorbestimmte Berufung finden, sollen wir mündig werden. Er will uns zu Söhnen der Herrlichkeit führen und zu lebendigen Bausteinen seines Tempels machen. In unserem Text wird den Gläubigen vorgehalten, dass sie noch unmündig sind. Schauen wir genauer hin, was mit «unmündig» gemeint ist.
- nēpios (GSN3516) [νήπιος] Adjektiv: jemand, der noch nicht sprechen kann, d. h. ein Säugling (Minderjähriger); im übertragenen Sinne: ein einfältiger Mensch, ein unreifer Christ; Säugling, Kind
Nêpios N steht für eine Verneinung
nEPios EP heisst sagen; Epos steht im Deutsch für eine „breite“ Aussage
Als breite Aussage der Bibel versteht man den LOGOS
nêpios = Sie haben kein Wort; nicht sprechend; sie können das gesagte Wort Gottes noch nicht im richtigen Sinn aussprechen.
Galater 4.1-3 KNT
1) Ich sage aber: Solange der Losteilinhaber (Erbe) unmündig ist, besteht kein wesentlicher Unterschied gegenüber einem Sklaven (Knecht), wiewohl er Herr von allem ist. 2) Er ist vielmehr Vormündern und Verwalter unterstellt, bis zu der vom Vater festgelegten Zeit. 3) So waren auch wir, als wir Unmündige waren, unter die Grundregeln der Welt versklavt.
Gottes Absicht ist es, dass wir nicht unter die Elemente und Geister dieser Welt (STOCHIEION HO KOSMOS) gestellt sind, sondern dass wir in Christus die Sohnschaft erlangen. So gibt er uns auch den Geist seines Sohnes in unser Herz, der laut ruft: Abba, Vater! Wenn wir diese Sohnschaft erlangen, sind wir Erben vom Vater durch Christus.
1. Korinther 3.1-2 KNT
1) So konnte ich, Brüder, zu euch nicht wie mit geistlich Gesinnten sprechen, sondern nur wie mit fleischlich Gesinnten, wie mit Unmündigen in Christus. 2) Milch gab ich euch zu trinken, nicht feste Speise; denn die konntet ihr noch nicht aufnehmen.
Auch wenn wir noch unmündig denken, sprechen und handeln, sind wir trotzdem in Christus und er ist in uns, welch eine tröstende Botschaft.
Weitere Bibelstellen über die Unmündigen:
- Mt 11.25 Gott offenbart es den Unmündigen
- Mt 21.16 Lob aus dem Mund Unmündiger und Kinder
- Lk 10.21 Gott enthüllt es den Unmündigen
- Rö 2.20 ein Lehrer für Unmündigen
- 1. Ko 3.1 nicht geistlich, sondern fleischlich gesinnt, unmündig in Christus
- 1. Ko 13.11-12 3x unmündig
Wenn wir dann mündig werden und kundig im Wort der Gerechtigkeit, dann sind wir auch Stark in unserem Bekenntnis, an dem wir festhalten sollen (Hebr 3.1; 4.14). Als gereifte Söhne der Herrlichkeit werden wir die geistlichen Wahrheiten und die Worte Gottes in Autorität aussprechen (bekennen). Wir werden auf diesem Weg Gott gewirktes Leben in Existenz bringen.
Zusammenfassung
Gottes Absicht ist es, dass wir nicht mehr länger unter den Einfluss dieser Welt gestellt sind, sondern dass wir in Jesus Christus zu mündigen Erben werden und die volle Sohnschaft erlangen. So gibt der Vater uns auch den Geist seines Sohnes in unser Herz, der laut ruft: Abba, Vater! Wenn wir diese Sohnschaft erlangen, sind wir Erben vom Vater durch Christus.
4.5 Geschärfte Sinne entwickeln und feste Nahrung zu sich nehmen
Hebräer 5.14 KNT
14) Für Gereifte dagegen ist die feste Nahrung, die infolge ihrer Gewöhnung ein geübtes Empfindungsvermögen haben, um Treffliches wie auch Übles zu unterscheiden.
Wir haben gelernt auf Gottes Stimme zu hören und das Gehörte im Glauben anzuwenden. Durch die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, und durch die gegenseitige Unter-werden wir in unserer Persönlichkeit und an unserem Herzen geschliffen.
Diese Art von christlichem Zusammenleben erleben und leben wir seit der Gründung unserer HeilBAR-Gemeinschaft. In dieser Zeit ist längst nicht alles auf der Ideallinie verlaufen. Diejenigen, die durch die Stürme des Lebens gegangen und auch in den persönlichen Auseinandersetzungen und Konflikten an der Liebe zu Gott und zueinander drangeblieben sind, haben diesen Reifeprozess erlebt. Durch unseren prophetischen Dienst und das regelmässig Gebet für die Hilfesuchenden, haben wir auch unser Empfindungsvermögen und Unterscheidungsfähigkeit geschärft. Die Gemeinschaft untereinander und der geistliche Dienst am Nächsten hat unser Wachstum in Christus massgeblich gefördert.
4.6 Die Augen des Herzens werden erleuchtet
Hebräer 6.4 KNT
4a) Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet waren…
Im Kapitel sechs wird davon gesprochen, dass jemand der auf vielerlei Art Gott erfahren hat und dann vom Glauben abfällt, kaum wieder zurückfindet. Aus diesem Textabschnitt ziehe ich nun die Aussagen in positiver Weise, als Erfahrungen, die ein Gläubiger in Christus gemacht hat.
Epheser 1.17-18 KNT
17) dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch geistliche Weisheit und geistliche Enthüllung zur Erkenntnis Seiner Selbst gebe 18) nachdem die Augen eures Herzens erleuchtet wurden, damit ihr wisst, was das Erwartungsgut Seiner Berufung ist, was der Reichtum der Herrlichkeit Seines Losteils inmitten der Heiligen
Zusammenfassung
Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit! Er hat die Augen unseres Herzens erleuchtet. Mit diesen geöffneten Augen werden wir befähigt «im Geist sehen». Wir sehen Ihn und der Glaube in unserem Herzen wird zur Gewissheit: unser Vater ist ein Vater der Herrlichkeit und er schenkt uns in Christus seinen Reichtum der Herrlichkeit.
4.7 Dem Heiligen Geist teilhaftig werden
Hebräer 6.4 KNT
4b) … und der überhimmlischen Geschenke geschmeckt haben und so Mitteilhaber des Heiligen Geistes wurden,
Wir wurden mit dem Geist erfüllt und haben Kraft empfangen, um Zeugen Jesu zu sein. Wir konnten zu erfahrenen Mitarbeitern des Heiligen Geistes heranwachsen. Es wächst die neunfache Frucht des Geistes, die unseren Charakter und Wesen prägt. Durch den Geist haben wir auch die neunfachen Gaben des Geistes erhalten, die uns befähigen im übernatürlichen Bereich zu agieren. Dieser Geist ist gekommen, um bei uns zu bleiben.
Zusammenfassung
Werdet voll Heiligen Geistes!
4.8 Wissen, wie sich die himmlischen Gaben anfühlen
Hebräer 6.4 KNT
4b) … und der überhimmlischen (EPOURANIOS) Geschenke geschmeckt haben und so Mitteilhaber des Heiligen Geistes wurden,
Epheser 1.3 KNT
3) Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen inmitten der Überhimmlischen in Christus segnet.
Elberfelder: mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt
Zusammenfassun
Je besser wir Jesus kennenlernen, erkennen wir auch mehr, welche himmlischen Gaben er uns zufallen lässt. Bleiben wir aufmerksam und achten auf diese himmlischen Geschenke und verbleiben in grosser Dankbarkeit.
4.9 Die Kräfte des zukünftigen Zeitalters schmecken
Hebräer 6.5 KNT
5) die sowohl das köstliche Wort Gottes wie auch die Kräfte des zukünftigen Äons schmeckten,
Epheser 1.19 KNT
19) was die alles übersteigende Grösse Seiner Kraft ist (für uns, die wir glauben), gemäss der Wirksamkeit der Gewalt Seiner Stärke, 20) die in Christus gewirkt hat, als Er Ihn aus den Toten auferweckte und Ihn zu Seiner Rechten inmitten der Überhimmmlischen setzte,
Epheser 1.19 ELB
19) und was die überschwengliche Grösse seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. 20) Die hat er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat,
Durch unsere Verbindung in Christus stehen wir bereits mit einem Bein in dem zukünftigen Zeitalter. Mit dem anderen Bein sind wir allerdings noch in diesem bösen Zeitalter zuhause. Die vierfache Kraft Gottes, die Christus von den Toten aufzuwecken konnte, kann uns ebenfalls Transformieren und in die Himmelswelt versetzten
Zusammenfassung
In uns wirkt die vierfache Kraft Gottes, die auch Jesus aus den Toten auferweckt hat. Bist du dir dessen bewusst? Ich wünsche mir, dass wir diese gewaltige Kraft Gottes in unserem Leben noch mehr sehen und erleben dürfen.
5. Melchisedek ein Vorläufer von Christus
5.1 Abram begegnet Melchisedek
Melchisedek ist eine Persönlichkeit, die ganz am Anfang der Heilsgeschichte in Erscheinung tritt und auf das Wesen und den Dienst von Jesus Christus hinweist. Sein Auftreten im 14, Kapitel von Genesis macht diesen Melchisedek bezüglich des Geheimnisses des Christus so bemerkenswert. In dieser «stellvertretenden» Person war Christus vor der Zeit des Volkes Israel und vor der Gesetzgebung am Sinai präsent und wirkte auf geheimnisvolle Weise.
1. Mose 14.17-21 ELB
17) Und als er zurückkehrte, nachdem er Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König von Sodom aus, im entgegen in das Tal Schaweh, das ist das Königstal. 18) Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus, und er war Priester Gottes, des Höchsten. 19) Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! 20) Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
In diesem Text finden wir erstaunlich viele Parallelen zu Jesus und zu unserem Leben als Jesus-Gläubige:
- Abram begegnet Melchisedek, nachdem er seine Feinde überwunden hat
Gott hatte Abram den Sieg über alle seine Feinde geschenkt – Gott gibt Jesus alle Feinde unter seine Füße – Wir sind berufen, unsere Feinde zu überwinden, zu besiegen. - Die Bedeutung des Namens «Melchisedek»?
‚König der/von Gerechtigkeit‘ oder ‚mein König ist Gerechtigkeit‘ – Jesus ist der König der Gerechtigkeit und der Friedefürst – Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, wie auch wir durch Glauben in Christus gerecht gemacht werden. - Das Amt und der Dienst des Melchisedek
Melchisedek ist König und Priester, und er spricht in prophetischer Weise – Jesus ist König, Priester und Prophet – Wir sind zu einem königlich priesterlichen Dienst berufen und haben den prophetischen Geist von Jesus bekommen. - Die Bundeszeichen
Melchisedek brachte Abram Brot und Wein – In Jerusalem bricht Jesus mit den Jüngern das Brot und sie trinken gemeinsam den Wein – Als Zeichen des Bundes brechen wir das Brot und trinken den Wein. - Der Wohnort des Melchisedek
König von Salem – Jesus ritt am Palmsonntag auf einem Esel nach Jerusalem und wird als König gefeiert – wir Gläubige sind heute aufgerufen, uns nach dem Jerusalem «droben» (das frei ist) auszustrecken, - Die Abgaben / Opfer von Abram an Melchisedek
Abram brachte Melchisedek den Zehnten von allem. – Jesus – Der Zehnte ist für uns bis heute ein Bild, dass unser Leben und unser ganzer Besitz Gott gehört und wir bereit sind, ihm zu vertrauen und unser Beitrag in seine Hand zu geben.
Im Weiteren bleibt dieser kurze Melchisedek-Bericht rätselhaft. Wir erfahren nicht, ob diese Erscheinung nun ein Mensch, oder ein Bote Gottes, oder sogar Jesus gewesen sein könnte. Melchisedek wird auch in anderen alten Schriften erwähnt, welche nicht in der Bibel aufgenommen wurden und er war in der israelitischen Tradition eine bedeutende Figur.
5.2 Salem ist der Wohnort Gottes
Ps. 76.3 ELB
3) In Salem entstanden seine Hütte und seine Wohnung auf dem Zion.
Einige Jahrhunderte später taucht Melchisedek in einem Psalm Asaphs wieder auf. Dieser Psalm-Vers schafft den Ortsbezug von Salem zu Jerusalem (Zion). Auch in Jesaja 1.21/26 finden wir die Aussage, dass die Gerechtigkeit in Jerusalem / Zion wohnt. Im Weiteren finden wir im Psalm 76 die wichtige Aussage, dass Gott selbst in Salem, respektive in Zion wohnt.
Galater 3.26 KNT
25) Und Hagar heisst ja auch in Arabien der Berg Sinai; sie steht also in einer Reihe mit dem jetzigen Jerusalem, weil dieses mit seinen Kindern versklavt ist. Das Jerusalem droben aber ist frei; das ist unser aller Mutter.
Dieser Text weist uns darauf hin, dass es zwei Jerusalem gibt: Das jetzige Jerusalem, die Stadt im Nahen Osten und das himmlische Jerusalem, die Stadt «droben». Die symbolträchtige irdische Stadt steht in einem gewaltigen geistlichen Konflikt. Das sehen wir auch darin, dass Jerusalem geschichtlich als die am meisten belagerten und eroberten Stadt weltweit gilt. Im Galater steht diese Stadt symbolisch für die Versklavte unter das Gesetzt (irdisch) und die Freie unter Christus (himmlisch).
Kolosser 3.1-4 KNT
Wenn ihr nun zusammen mit Christus auferweckt wurdet, suche das droben, wo Christus ist, zur Rechten Gottes sitzend! Auf das droben sinnet, nicht auf das auf Erden! Denn ihr starbet, und euer Leben ist zusammen mit Christus in Gott verborgen.
Auch in diesem Kolosser-Vers sehen wir die Auseinandersetzung mit dem «droben» und mit dem «auf Erden». Wir werden aufgefordert, uns auf das himmlischen Jerusalem droben auszurichten und uns Gedanken darüber zu machen.
Diese Stadt hat auch den Bezug zum Tempel. Der irdische Tempel war über lange Zeit der Inbegriff der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes auf Erden. Im himmlischen Jerusalem steht die Behausung Gottes im Geist, das lesen wir nicht nur im Epheser 2.22, sondern auch im Psalm 76, welcher wieder den Bezug zu Melchisedek schafft. Wir selbst sind nun Teil dieses himmlischen Tempels und tragen darum die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes in uns und strahlen diese auf der Erde aus. Zum Abschluss dieses Kapitels noch eine starke Aussage aus dem Hebräerbrief:
Hebräer 3.22-26 KNT
22) Doch ihr seid zum Berg Zion herzugetreten und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem überhimmlischen Jerusalem, und zu zehntausend Boten, zu einer All-Zusammenkunft und zu der herausgerufenen Gemeinde der Erstgeborenen, angeschrieben in den Himmeln, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten…
Zusammenfassung
Mit Melchisedek entdecken wir schon ganz am Anfang der Bibel, die «unsichtbare» Anwesenheit von Jesus Christus und seiner Botschaft. Bevor das irdische Jerusalem existiert, bekommen wir einen Hinweis auf das Jerusalem von «droben» wie Paulus es nennt. Einige Jahre nach Abraham sieht Moses den himmlischen Tempel im Geist und baut danach die Stiftshütte auf der Erde.
5.3 Jesus Christus, Priester nach der Ordnung Melchisedeks
Ps. 110.1-4 ELB
1) Spruch des HERRN (JHWH/Adonai ‚Jehova‘) für meinen Herrn (Jesus).
Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße. 2) Der Stab deiner Macht wird der HERR aus Zion ausstrecken. Herrsche inmitten deiner Feinde! 3) Dein Volk ist voller Willigkeit am Tag deiner Macht. In heiliger Pracht, aus dem Schoss der Morgenröte habe ich dich wie Tau gezeugt. 4) Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht gereuen: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!“.
In den Kapiteln 5-7 nimmt der Hebräerbrief Bezug auf das Priestertum des Melchisedek. Dabei bezieht sich der Autor immer wieder auf Psalm 110.4. Der Fokus wird dabei auf Jesus gesetzt, dessen Priesterdienst sich deutlich von dem aaronitischen Priesterdienst im irdischen Tempel unterscheidet.
Hebräer 5.6/10
6) Wie er auch an anderer Stelle spricht: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks«.
10) von Gott genannt: Hohepriester nach der Weise Melchisedeks.
Hebräer 6.20
20) wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchisedeks.
Hebräer 7.1-22
1) Denn dieser Melchisedek war König von Salem, ein Priester Gottes, des Allerhöchsten; er kam Abraham entgegen, als der von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, und segnete ihn.
10) denn er war noch in der Lende seines Vaters, als Melchisedek ihm begegnete.
11) Wenn nun durch das levitische Priestertum die Vollkommenheit gekommen wäre — denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen —, wozu wäre es noch nötig, dass ein anderer Priester nach der Weise Melchisedeks auftritt und nicht nach der Weise Aarons benannt wird?
15) Und noch viel klarer liegt die Sache, wenn ein anderer Priester auftritt, von gleicher Art wie Melchisedek,
17) denn er bezeugt: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks«.
21) dieser aber mit einem Eid durch den, der zu ihm sprach: »Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks« —,
22) insofern ist Jesus umso mehr der Bürge eines besseren Bundes geworden.
Zusammenfassung
Warum gibt es diese Gewichtung auf dem Thema, dass Jesus einen Priesterdienst nach der Weise des Melchisedeks hat? Wohl darum, da dieser Priesterdienst ein einmaliges, vollkommenes Opfer brachte, welches uns für immer reinigen, heiligen und erretten kann.
6. Jesus Christus befähigt uns zu königlichen Priestern
6.1 Jesus, sein Opfer und der neue Bund sind BESSER
Über mehrere Kapitel des Hebräerbriefs wurde hervorgehoben, wie Jesus das Amt des Priester-Königs nach der Art des Melchisedek von Gott erhalten hat. In diesem viel besseren Priesterdienst ist Jesus in der Lage, uns vollkommen zu erretten, zu rechtfertigen und zu heiligen. Der erste Bund am Sinai, der Gott mit seinem Volk schloss, konnte diese umfassende Erneuerung noch nicht in den Menschen bewirken. Darum überrascht es nicht, an wie vielen Stellen hervorgehoben wird, wie viel besser [KREITTON] dieser Jesus, sein Opfer und sein neuer Bund gegenüber dem ersten Bund ist:
- Jesus ist besser als die Engel / Boten Gottes (Hb 1,4)
- …eines Besseren überzeugt, was mit Rettung zu tun hat (Hb 6,9)
- Ohne jeden Widerspruch wird der Geringere von dem Besseren gesegnet (Hb 7,7)
- Eine bessere Hoffnung/Erwartung, durch die wir Gott nahekommen (Hb 7,19)
- Jesus ist eines besseren Bundes Bürge geworden (Hb 7,22)
- Mittler eines besseren Bundes, aufgrund besserer Verheissungen (Hb 8,6)
- …die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Schlachtopfer (Hb 9,23)
- …einen besseren und bleibenden Besitz (Hb 10,34)
- …trachten sie nach einem besseren, das ist nach einem himmlischen (Hb 11,16)
- …um eine bessere Auferstehung zu erlangen (Hb 11,35)
- …da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat (Hb 11,40)
- …und zum Blut der Besprengung, das besser redet als das Blut Abels (Hb 12,24)
Zusammenfassung
Alles ist besser – bei Jesus! Das hört sich an, wie ein überdrehter Webeslogan, aber das hier sind biblische Wahrheiten. Von dieser besseren Stellung, die Jesus innehat, profitieren wir Menschen unmittelbar.
6.2 Jesus bewirkt eine grosse Errettung
«Errettung» / «Heil» [SOTERIA] [SOZO] im biblischen Sinne bedeutet, dass wir von allen destruktiven, beziehungs-schädigenden, krankmachenden und todbringenden Einflüssen und deren Folgen befreit werden. Betrachten wir nun, welche wunderbare Errettung Jesus an uns bewirkt hat:
- Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche die Errettung [das Heil] erben sollen? (Hb 1,14)
- …wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung [ein so großes Heil] missachten? (Hb 2,3)
- Denn es war dem angemessen […], den Urheber ihrer Errettung [ihres Heils] durch Leiden zu vollenden. (Hb 2,10)
- …und zur Vollendung gelangt, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewiger Errettung [ewigen Heils] geworden. (Hb 5,9)
- Wir aber haben […] bessere Zuversicht zu euch und das, was mit der Errettung [dem Heil] verbunden ist… (Hb 6,9)
- …so wird der Christus […] ein zweites Mal erscheinen […] denen zur Errettung [zum Heil], die auf ihn warten. (Hb 9,28)
- Er hat in den Tagen seines Fleisches Bitten und Flehen […] dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte… (Hb 5,7)
- Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. (Hb 7,25)
Mehr Details zum Thema Errettung findest du im Skript «Das Geheimnis vom Kreuz».
6.3 Durch das Opfer Jesu sind wir geheiligt
Das Verb «heiligen», «geheiligt werden», sowie das Adjektiv «heilig» und das Substantiv «Heiligung» treffen wir im Hebräerbrief häufig an. Wie unschwer zu erkennen ist, weisen alle Worte auf denselben Wortstamm:
- hagiazō (GSN37) [ἁγιάζω] Verb; heiligen (Hb 2.11)
erweisen oder anerkennen, oder ehrwürdig oder heilig sein
von profanen Dingen trennen und Gott weihen
Menschen Gott weihen
durch Sühne reinigen: von der Schuld der Sünde befreien
innerlich durch Erneuerung der Seele reinigen
- hagiasmos (GSN38) [ἁγιασμός] Substantiv; Heiligung (Hb 12.14)
Weihe, Reinigung
die Wirkung der Weihe
Heiligung von Herz und Leben - hagion (GSN39) [ἅγιον] Adjektiv; heilig
ehrwürdig, der Verehrung würdig
von Dingen, die aufgrund einer Verbindung zu Gott eine gewisse Besonderheit besitzen und Ehrfurcht gebieten, wie beispielsweise Gott geweihte Orte, die nicht entweiht werden dürfen,
von Personen, deren Dienste Gott in Anspruch nimmt, zum Beispiel Aposten
für Gott ausgesondert, sozusagen ausschließlich ihm gehörend
durch feierliche Riten für Gott vorbereitet, rein, makellos
im moralischen Sinne rein, sündenfrei, aufrichtig, heilig - hagiotēs (GSN41) [ἁγιότης] Substantiv; Heiligkeit (Hb 12.10)
kann auf zwei Arten verstanden werden:
a) Innere, spirituelle Eigenschaft oder das Wesen Gottes (holyness).
b) Status des Geheiligtseins,
Unantastbarkeit oder rechtlich-moralischer Schutz (sanctity).
Jesus sagt von sich selbst in Joh 10,36, dass er durch den Vater geheiligt wurde.
Hebräer 2,11; 10,10; 10,14; 10,29 und 13,12 sprechen davon, dass Jesus uns durch sein Opfer, das Blut des Bundes „heiligt“ und wir, die Gläubigen „geheiligt werden“.
Als weiterer Aspekt sagt Hebräer 12,10 aus, dass wir durch die Züchtigung des Vaters Anteil an Gottes Heiligkeit bekommen.
Auffallend ist folgender Vers über die Heiligung, der uns zum Handeln auffordert:
Hebräer 12.14 (KNT)
Jaget nach dem Frieden mit allen und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.
Zusammenfassung
Während in anderen Briefen des Neuen Testaments die „Heiligung“ oft als einen langen, Lebens- und Veränderungsprozess des Christen beschreiben, betont der Hebräerbrief vor allem die vollbrachte, stellungsmäßige Heiligung: Durch den Glauben an das einmalige Blutopfer Jesu ist der Gläubige in Gottes Augen bereits vollkommen geheiligt und rein gemacht worden, um vor Gottes Thron treten zu dürfen.
6.4 Für immer vollkommen gemacht
Hebräer 10,14 (ELB)
Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.
Hebräer 10,14 (KNT)
Denn mit nur einer Darbringung hat er bis zur Durchführung?? [DIENEKES] die vollkommen gemacht, die sich heiligen lassen.
Zusammenfassung
Dieser Vers setzt nun noch das i-Pünktchen auf den Priesterdienst von Jesus. Durch IHN und sein einmaliges Opfer sind wir vollkommen gemacht und unsere Sünde, Ungerechtigkeit und Schuld ist für immer ausgelöscht. Wir wurden durch IHN in eine Stellung gehoben, in der wir allezeit als gerecht und geheiligt vor dem Thron Gottes erscheinen dürfen.
